Forschungsprojekt
Unser unabhängiges Projekt besteht aus zwei Phasen.
- In der ersten Phase werden frühere Taten und der Umgang mit diesen auf Seiten der Ordensgemeinschaften und Betroffenen aufgedeckt und aufgearbeitet.
- In der zweiten Phase werden Präventions- und Weiterbildungskonzepte (weiter-)entwickelt. Dies basiert maßgeblich auf den Erkenntnissen der ersten Phase.
Erste Projektphase
Die erste Projektphase besteht aus drei Teilprojekten, die sich gegenseitig ergänzen.
Teilprojekt 1: Aufarbeitung mit den Ordensgemeinschaften.
Für das Teilprojekt 1 werden Einzelinterviews mit Ordensmitgliedern durchgeführt. In diesen Gesprächen wird der Frage nachgegangen: „Wie konnte das passieren?“ Dadurch sollen tiefergehende Erkenntnisse über gewaltbegünstigende und -erleichternde (Leitungs-) Strukturen und Haltungen gewonnen werden.
Teilprojekt 2: Aufarbeitung mit den Betroffenen.
Für das Teilprojekt 2 werden Einzelgespräche mit Betroffenen geführt. Die Gespräche gehen der Leitfrage „Was brauchen Betroffene?“ nach und erarbeiten, wie ein zufriedenstellender Aufarbeitungsprozess gelingen kann. Die Gespräche sind dabei an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert.
Teilprojekt 3: Prävalenzforschung und systemische Analyse
Im Teilprojekt 3 werden mittels Aktenanalyse und anonymem Fragebogen Prävalenzen und der Modus Operandi der Taten erfasst und analysiert. Ziel ist es, Kenntnisse über Prävalenzen von Gewalttaten, Handlungsweisen der Täter*Innen und missbrauchsbegünstigender oder -hemmender Systemvariablen zu gewinnen.
Zweite Projektphase
Im zweiten Jahr des Projekts werden die Erkenntnisse aus der ersten Phase genutzt, um bestehende Präventions- und Weiterbildungskonzepte in Ordensgemeinschaften zu überarbeiten.
Ein zentraler Bestandteil dieser Phase sind Workshops mit Ordensmitgliedern.
Außerdem sollen im Verlauf des Projekts Materialien entstehen, die Aufarbeitungsprozesse unterstützen.